Ein hoher, quadratischer osmanischer Uhrturm aus behauenem Stein mit hölzernem Glockenstuhl und Bleihaube, der sich über die Basardächer neben einer Moscheekuppel erhebt.

monument um 1597

Der Uhrturm

Der osmanische Uhrturm neben dem Basar — erstmals 1597 errichtet, 1912 von montenegrinischen Truppen seiner Glocke beraubt, im Krieg von 1999 erneut verloren und nach alten Fotografien wieder aufgebaut.

Ein Basar läuft nach der Uhr, und über Jahrhunderte hielt Gjakova seine Zeit von einem Turm aus. Der UhrturmSahat Kulla — steht wenige Schritte von der Hadum-Moschee entfernt, an einem Ort, den die Altstadt noch immer Fusha e Sahatit nennt, das Feld der Uhr. Der Turm, den Sie sehen, ist jung; die Rolle, die er spielt, ist sehr alt.

Auf dem Feld der Uhr

Der erste Uhrturm entstand 1597, kurz nach der Moschee, in den Jahren, in denen der Basar Fuß fasste. Er war ebenso ein funktionierendes Instrument wie ein Zierwerk: Zifferblatt und Glocke eröffneten den Tag der Kaufleute, gliederten die Gebetszeiten und kündeten vom Schließen der Stände. Aus Stein gebaut und mit einem hölzernen Glockenstuhl unter einem Bleidach gekrönt, gab er einer flachen Stadt ein vertikales Wahrzeichen, das man aus jeder Gasse finden konnte.

Eine nach Montenegro verschleppte Glocke

Seine erste Wunde kam mit den Balkankriegen. 1912, als montenegrinische Truppen Gjakova einnahmen und der Basar brannte, wurden Glocke und Uhrwerk des Turms nach Montenegro verschleppt und kehrten nie zurück. Die Uhr verstummte, und der Stadt blieb ein Turm, der seine Zeit nicht länger hielt.

Zerstört und zurückgedreht

Was übrig blieb, überstand den nächsten Krieg nicht. Der Turm wurde 1999 zerstört, zusammen mit der çarshia ringsum. Als das Kosovo an den Wiederaufbau ging, wurde der Uhrturm erneut errichtet — nach alten Fotografien im Stadtarchiv rekonstruiert, nahe der Hundertjahrfeier des Überfalls von 1912, der ihn zuerst beraubt hatte. Die Quellen weichen über das genaue Jahr der Arbeit ab, irgendwo zwischen Mitte der 2000er- und den frühen 2010er-Jahren, und der neue Turm ist in seiner Ausführung freilich modern. Doch die Silhouette ist getreu, und Gjakova hat seine Skyline zurück.

Worauf Sie achten sollten

Der heutige Turm steht etwa dreißig Meter hoch, unten Stein und oben ein bleigekrönter hölzerner Glockenstuhl, in Gesellschaft der Moschee und des Ethnografischen Museums am Kopf des Basars. Die Uhr ist seit ihrer Rückkehr launisch — oft stehen geblieben, gelegentlich korrigiert —, was sich irgendwie passend anfühlt. Ein Turm, der seine Glocke an den einen Krieg und seinen Körper an einen anderen verlor, hat sich das Recht vielleicht verdient, die Zeit großzügig zu nehmen.